Behandlung der kleinen Wirbelgelenke & Iliosakralgelenke duch Injektion oder Verödungstechnik

In vielen Fällen sind  Rückenschmerzen durch degenerative Veränderungen, Verschleiß oder Überlastung der kleinen Wirbelgelenke oder der Iliosakralgelenke bedingt. Die Schmerzen können dabei im Rücken lokalisiert sein aber auch zur Ausstrahlung in die Beine, Hüfte oder  in die Leistenregion führen. Diese Schmerzen sind nicht durch Kompression der Nerven bedingt, können sich aber so anfühlen. Deswegen wird diese Art von Schmerzen auch pseudoradikulär (wie ein Nervenkompressionsschmerz) genannt und nicht radikulär (Nervenkompressionsschmerz). In manchen Fällen können sowohl radikuläre als auch pseudoradikuläre Schmerzen vorhanden sein.

 

Die Therapie der ersten Wahl bei pseudoradikulären Schmerzen ist in der Regel nicht operativ. Bei der Therapie der pseudoradikulären Schmerzen werden sogenannte Facetten- oder Iliosakralgelenkinfiltrationen durchgeführt, um festzustellen, ob die Schmerzen dadurch positiv beeinflusst werden können und auch um eine entzündungshemmende Wirkung herbeizuführen. Bei einer Infiltration werden mit Hilfe einer Spritze ( i. d. R. ein örtliches Betäubungsmittel und ein Cortisonpräparat ) in Gelenknähe eingebracht.Somit dienen die Infiltrationen sowohl als diagnostische als auch als therapeutische Maßnahme. Bei wiederholtem positivem Effekt wird eine Thermokoagulation der kleinen Wirbelgelenke bzw. der Iliosakralgelenke durchgeführt, um den schmerzlindernden Effekt für längere Zeit zu erreichen. Die Erfolgsrate bei dieser Methode liegt je nach behandeltem Gelenk zwischen 50 und 80%.

 

 

Facetten- u. ISG-Infiltration:

 

Die Patienten werden vom Arzt über die Behandlung mit Darstellung von Vor- und Nachteilen, das zu erwartende Ergebnis und über mögliche Komplikationen aufgeklärt. Dabei werden die Patienten über Allergien, akutelle Medikation, Unverträglichkeiten und sonstige frühere medizinische Ergebnisse befragt. Die Patienten sind verpflichtet, hierüber schriftlich auf dem Aufklärungsbogen vollständige Angaben zu machen. In diesem Rahmen werden sämtliche Fragen der Patienten beantwortet. Die Therapie wird nur bei einer schriftlichen Einverständniserklärung des Patienten durchgeführt.

 

Für die Durchführung der Infiltrationen ist es absolut notwendig, dass die Therapie unter sterilen Bedingungen durchgeführt wird. Hierzu werden die Patienten bei uns gebeten, sich einen OP-Kittel anzuziehen und werden in den dafür vorgesehenen und zugelassenen Eingriffsbereich.  eingeschleust. Nach Positionierung des Patienten auf dem Bauch auf einem OP-Tisch werden die zu behandelnden Areale desinfiziert. Die Patienten werden medizinisch überwacht. Anschließend wird das Röntgengerät positioniert. Unter Durchleuchtung mit dem Röntgengerät führt der Arzt die Infiltrationen durch.

 

Nach der Durchführung der Infiltrationen bleiben die Patienten für ca. 30 Minuten und bei Notwendigkeit auch länger in der Praxis. Danach sollten die Patienten die Praxis in Begleitung verlassen.

 

Thermokoagulation:

 

Bei einer erfolgreichen Reduktion der Schmerzsymptomatik nach einer Serie von Facetten- bzw. ISG-Infiltrationen wird bei wiederkehrenden Beschwerden die Durchführung einer Facetten- bzw. ISG-Thermokoagulation empfohlen, um eine längerfristige Reduktion der Symptomatik zu erreichen. Auch mit dieser Methode ist die Erfolgsrate je nach dem zu behandelnden Gelenk zwischen ca. 50 und 80%.

 

Die Vorbereitung entspricht der Vorbereitung von Facetteninfiltrationen, die unter streng sterilen Bedingungen durchzuführen ist (s. o.). Nach Platzierung eines intravenösen Zuganges wird der Patient an die Monitore angeschlossen und eine sogenannte Neutralelektrode auf die Haut geklebt. In Bauchlage wird das zu behandelnde Gebiet desinfiziert und das Röntgengerät positioniert. Der Arzt deckt das Gebiet steril ab. Unter Durchleuchtung (Röntgen) wird eine spezielle dünne Nadel am gewünschten Platz eingebracht. Hierbei spürt der Patientin einen kurzen Stichschmerz. Anschließend wird über die positionierte Nadel die Sonde eingeführt, dabei spürt der Patient keinen Schmerz. Um sich zu vergewissern, dass die Spitze der Sonde an der richtigen Stelle positioniert ist, muss eine Stimulation durchgeführt werden. Vor dem Beginn wird der Patient informiert und gebeten, alle Wahrnehmungen sofort zu melden. Hierbei wird zunächst eine sensible Stimulation mit 50 Hz und anschließend eine motorische Stimulation mit 2 Hz vorgenommen und der Patient dabei um Rückmeldung seiner Empfindung gebeten ( z.B kann ein "kribbelndes" oder "klopfendes" Gefühl auftreten). Nervenwurzeln, die die Gebiete im Bein innervieren, dürfen dabei nicht affektiert sein, ansonsten muss die Lage der Sonde verändert und die Sonde neu platziert werden. Nach erfolgreicher Stimulation wird ein Lockalanästhetikum (lokales Betäubungsmittel) und eventuell ein Cortisonpräparat gespritzt, damit der Patient während der Thermokoagulation keine Schmerzen spürt. Danach wird eine Themperaturerhöhung auf 80 Grad Celsius für 60 Sekunden vorgenommen.

 

Diese Prozedur muss für jedes Gelenk wiederholt werden. Ziel der Therapie ist die Teil-Blockade der Schmerzweiterleitung, damit nicht die gesamte Schmerzinformation zum Gehirn weitergeleitet wird und damit weniger Schmerzen wahrgenommen werden.

 

Zur Beurteilung des Effektes der Therapie ist es absolut notwendig, dass der Patient in den darauffolgenden Tagen Veränderungen seiner Schmerzen dokumentiert. Dazu wird dem Patienten ein entsprechendes Formular mitgegeben. Dieses Formular muss der Patient nach einer Woche oder spätestens bei seinem nächsten Besuch, der vereinbart wurde, in der Praxis abgeben.

 

Nach Durchführung einer Infiltratrion oder der Thermokoagulation ist es absolut notwendig, dass die Patienten von einer dritten Person abgeholt und nach Hause gebracht werden. Nach der Infiltration ist es notwendig, dass der Patient sich für zwei Stunden und bei Bedarf auch länger hinlegt und sich ausruht. Für 24 Stunden nach dem Eingriff muss eine dritte Person beim Patienten sein, um bei Eventualitäten Hilfe holen zu können.

 

Bei unerwünschter Wirkung oder bei Notfällen sind wir während der Sprechstundenzeiten über das Praxistelefon (07731/796190) und außerhalb der Sprechstundenzeiten über die Pforte des Hegau-Klinikums Singen (07731/890) rund um die Uhr erreichbar.

 

 

In dringenden Notfällen kann ein Rettungswagen bzw. der Notarzt über die Telefon-Nr. 19222 angefordert werden.

 



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